Sonntag, 17. Juni 2012

Nachtrag: Irland 2012, Teil 3

Ich kam erst spät in Dublin an und wusste zwar grob, wo mein Hotel liegt, aber ich hatte vergessen mir den genauen Weg aus dem Internet herauszusuchen und irrte allein in Dublin umher. So etwas passiert mir sonst nie, ich bin eigentlich immer vorbereitet. Dank der unendlichen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft (das mein ich ernst) der Iren, hab ich es dann aber doch noch gefunden.


Am nächsten Tag, meinem letzten in Irland, stand ich schon früh auf, um meinen Sightseeingmarathon zu beginnen. Um von meinem Hotel in den südlicheren Teil der Stadt zu kommen, in dem sich ein Großteil der Sehenswürdigkeiten befinden, musste ich ohnehin die O’Connell Street, quasi die Prachtstraße von Dublin, entlanglaufen und den Fluss Liffey an einer der zahlreichen Brücken überqueren. In meinem Reiseführer hatte ich einen Rundgang entdeckt, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten umfasste und von denen ich mir einige auch genauer anschauen wollte. Begonnen habe ich ihn an bzw. in der Christ Church Cathedral (siehe oben). Ich glaube so lange habe ich mich noch nie in einer Kirche aufgehalten, aber es gab einiges zu sehen und dank des Begleitblattes auch viel zu lesen. Die Krypta diente als Ausstellungsraum für kirchliche „Schätze“, moderne Kunst und die Originalkostüme aus der Serie „Die Tudors“. Wie diese Mischung zustande kam, weiß ich nicht, beeindruckend war aber ihre Größe und wie man in einem Film erfahren konnte, dass sie in früherer Zeit Schauplatz für regen Warenhandel gewesen war. Von der Kirche aus lief ich weiter den Rundweg entlang, kam unter anderem durch Temple Bar und blieb regelmäßig irgendwo in einem Geschäft hängen. ^^ Mein nächstes größeres Ziel war das Trinity College (siehe unten), genauer gesagt das Book of Kells. Das Book of Kells umfasst die vier Evangelien und stammt aus dem 9. Jahrhundert, es ist berühmt für seine aufwendigen Illustrationen. Zunächst geht man durch eine Ausstellung, die die Geschichte des Buches und seine Herstellung behandelt. Einige Seiten werden auch detaillierter beschrieben und erklärt. Danach kommt man in einen kleinen Raum, in dem das Book of Kells und zwei andere Bücher aufgeschlagen unter Glas liegen. Ich denke, ich hatte wirklich Glück in der Nebensaison dort zu sein, so hatte ich alle Zeit der Welt mir die Seiten genau anzusehen. Ich fürchte sonst drängen sich die Menschen hier. Zum Abschluss gelangt man noch in die Bibliothek des Trinity College. Man kann nur den Mittelgang entlanggehen, aber ich hatte gar kein Auge für die rechts und links gezeigte Ausstellung, weil ich nur am Regale, Bücher und Büsten berühmter Persönlichkeiten bestaunen war. Ich muss gestehen, außer an eine Harfe kann ich mich an nichts erinnern, noch nicht mal an das Thema der Ausstellung.



Am Trinity College endete glaub ich der Rundgang oder ich folgte ihm nicht mehr, denn ich wollte weiter zu den Museen. Dabei kam ich auch an der Statue von Molly Malone (siehe unten), dem St. Stephens Green und natürlich zahlreichen weiteren Geschäften vorbei. Ich glaube, ich hab in der Woche Irland nur in Dublin etwas gekauft, dafür da reichlich. ^^ In Irland sind die nationalen Museen kostenlos und ich wollte mir auf Empfehlung das Naturkundemuseum ansehen. Viele Bereiche waren aber abgesperrt und man konnte nur in die Sammlung ausgestopfter Tiere, die dafür aber enorm groß war und über mehrere Stockwerke ging. Es gab quasi nichts was es nicht gibt oder gab. Leider fühlte ich mich wie auf einem Kindergeburtstag, noch nicht mal das riesige und mit Touris vollgestopfte Naturkundemuseum in New York war so laut. Ein Spielplatz ist da nichts dagegen. Ich hab mir trotzdem alles angeschaut, aber Lust irgendwo lange zu verweilen hatte ich nicht. Also beschloss ich mir auch noch das Archäologische Museum anzusehen, das ebenfalls kostenlos war. Hier war es viel ruhiger und die Exponate sehr schön und modern ausgestellt. Da ich aber schon den ganzen Tag unterwegs war, meldeten sich vermehrt mein Rücken und meine Füße. Also hab ich mir nur Teile der Ausstellung angesehen, vorzugsweise die, bei denen es eine Sitzmöglichkeit gab. ^^


Als ich aus dem Museum kam, war es bereits dunkel und ich habe mich auf den Weg zurück ins Hotel gemacht. Am nächsten Morgen ging bereits mein Flieger zurück nach Deutschland.

Nachtrag: Irland 2012, Teil 2

Am Montagmorgen packten wir schon früh unsere Sachen und fuhren von Clonmel nach Cork, wo Daniel wohnt und zur Uni geht. Nach einem kleinen Zwischenstopp in seiner Wohnung, musste er dann auch genau dorthin, während Sara und ich zum Fota Wildlife Park fuhren. Der Wildlife Park ist quasi ein Zoo, nur dass man versuchte möglichst auf Gitter und Käfige zu verzichten, so leben die Affen zum Beispiel auf einer Insel in der Mitte eines großen Sees ohne jede weitere Absperrung. An viele Tiere kommt man auch ganz nah heran, zum Beispiel an die Pinguine und Kängurus. Alles was Federn hat, darf sich auch ganz frei im Park bewegen, wie der Pelikan, der für unsere Kamera posierte. Sicherlich die Hauptattraktion des Parks ist die nicht ganz kleine Gepardengruppe, die bestimmt vier oder fünf Gehege umfasst. Im größten davon ist der so genannte „Cheetah Run“ installiert, eine Konstruktion, an der das Futter befestigt wird und dann über Seile und Winden durch das ganze Gehege gezogen wird, um für die Tiere die Jagdsituation nachzustellen und sie in Bewegung zu bringen. Wir konnten uns eine Fütterung ansehen und ich fand es beeindruckend, diese Tiere mal in Aktion zu sehen, auch wenn sie im Gehege natürlich nicht auf ihre Höchstgeschwindigkeit kommen. Mir hat der Wildlife Park sehr gut gefallen, da man sich trotz des enorm großen Geländes auf vergleichsweise wenige Tierarten beschränkt, diese aber ein „schönes“ Leben zu führen scheinen und natürlich weil es Katzenbären gab. ^^

  
  

Zurück in der Stadt gingen wir noch eine unglaublich leckere Tasse heiße Schokolade trinken, da Daniel mit dem Wohnungsschlüssel noch nicht aus der Uni zurück war. Der kleine Laden war quasi auf heiße Schokoladen spezialisiert und es gab so viele Varianten, dass ich erstmal überfordert war - ich glaub ich hab dann Praline getrunken … oder gab es verschiedene Pralinensorten? Ich weiß es nicht mehr, aber lecker war es. Dazu bekam man statt einem Keks kleine Schokotröpfchen, die dort auch zum Herstellen der Schokoladen verwendet werden.


Dienstags fiel glücklicherweise bei Daniel die Uni aus, was uns ermöglichte den weiten Weg an die Westküste Irlands zu fahren, da man mit dem Bus nur sehr umständlich dorthin kommt. Besucht haben wir die Cliffs of Moher - der absolut schönste Ort meiner kurzen Irlandreise. Zuerst hielten wir uns auf den offiziellen Aussichtsplattformen und beim O’Brien’s Tower (oben rechts im Bild) auf. Es wehte dort ein furchtbar starker Wind, gegen den man sich manchmal richtig stemmen musste um sich weiterzubewegen. Die Tatsache, dass ich offene Haare und kein Haargummi dabei hatte, hab ich schnell bereut. Am Ende einer der Plattformen steht ein Gedenkstein für diejenigen, die an den Klippen freiwillig und unfreiwillig in den Tod gestürzt sind. Hier endet auch der offizielle Teil und es beginnt ein schmaler und dank des schlechten Wetters zum damaligen Zeitpunkt völlig matschiger Trampelpfad. Wir kletterten über die Abgrenzung und wanderten den Pfad an dem Klippen entlang bis zum Hags’ Head, dem südlichsten Punkt der Cliffs of Moher. Der Weg ist ungesichert und verläuft meist nah am Rand der Klippen, durch den starken Wind und die immer wieder den Weg erschwerenden Matschlöcher war das kein gemütlicher Spaziergang, aber definitiv jeden Schritt wert. Man hat dort einen unglaublichen Blick auf die Klippen und das Meer und ich hatte insgeheim immer die Hoffnung irgendwo doch einen Papageientaucher zu sehen, die tatsächlich dort leben. Leider wurde daraus mal wieder nichts, dafür kamen wir aber an einem der Originaldrehorte von Harry Potter und der Halbblutprinz vorbei. Am Hag’s Head führt wohl ein weiterer Weg nach unten zum Fuß der Klippen, aber wir hatten alle Hunger und suchten uns eine möglichst windstille Senke, in der wir picknickten und danach den ganzen Weg zurückliefen. Wir waren völlig erledigt, als wir nach mehreren Stunden wieder das Visitorscentre erreichten.


  
  

Nach einer unruhigen Nacht, in der von einer ohnehin nicht besonders leisen Kindergruppe mindestens zweimal der Feueralarm im Hotel ausgelöst worden war, begann leider schon unser letzter gemeinsamer Tag. Wir fuhren in den Bunratty Folk Park zu dem auch das Bunratty Castle gehört. Das Schloss wurde innen wieder voll ausgestattet und im ehemaligen Saal finden heute regelmäßig mittelalterliche Essen statt, an denen Sara und Daniel auch schon mal teilgenommen haben. Viel interessanter als das Schloss fand ich jedoch den Park selbst. In Irland wurden alte Cottages abgetragen und inklusive Inneneinrichtung hier wieder aufgebaut, außerdem Stadthäuser, eine Kirche, eine Mühle usw. Man kann sehen, wie die Menschen je nach Stand früher gelebt haben. Zahlreiche Tiere und im Sommer auch Darsteller erwecken den Park zusätzlich zum Leben. Im Februar war leider nur die Bäckerin da, bei der man frisch gebackene Scones probieren konnte. Ich mag solche Parks, ich war auf Bornholm auch mal in einem, der sich mit der mittelalterlichen Geschichte der Insel befasste.



Leider mussten wir dann auch schon weiter nach Limerick, von wo aus mein Bus nach Dublin fuhr und Sara und Daniel wieder zurück nach Cork.

to be continued …

Dienstag, 8. Mai 2012

Nachtrag: Irland 2012, Teil 1

Anfang Februar war ich eine Woche in Irland, um dort Sara zu besuchen, die in Clonmel zur Zeit als „teaching assistant“ arbeitet. Eigentlich hoffe ich immer nichts über den Hinflug berichten zu können, da alles glatt lief, aber den Gefallen tat er mir diesmal leider nicht. Schon der TGV nach Stuttgart hatte Verspätung, da er einfach mitten auf der Strecke anhielt. An sich war ich von diesem hoch angepriesenen Zug wenig beeindruckt, ausgenommen der Tatsache, dass man darin nicht telefonieren darf. Trotzdem pünktlich am Flughafen angekommen, erwartete mich dort gleich die nächste Überraschung - mein Flug hatte Verspätung. Übrigens der erste aller meiner bisherigen Flüge und das waren allein im letzten Jahr elf. Rein rechnerisch war es für mich damit unmöglich den Anschlussbus nach Clonmel zu bekommen und eine Alternative gab es nicht. Wie weiß ich nicht so genau, aber ich hab es dennoch geschafft in kürzester Zeit durch die Passkontrolle zu kommen, mein Gepäck einzusammeln und durch den kompletten Flughafen zum weitest entfernten Busbahnhof zu rennen und den Bus noch zu erwischen.
Vier Stunden später war ich endlich bei Sara.



Am nächsten Tag fuhren wir nach Kilkenny und auf dem Weg dorthin noch auf einen Bauernmarkt, um dort leckeren „sponge“ zu kaufen. Das ist ein Biskuitkuchen, den man übrigens wie den Schwamm auch „spAnsch“ und nicht „spOnsch“ ausspricht. Hört sich komisch an, ist aber so. Hab es extra nachgeschaut, weil ich es auch nicht glauben wollte. ^^ In Kilkenny haben wir uns das Örtchen selbst, das Schloss und das Rothe House angeschaut. Das Schloss (siehe oben) fand ich sehr schön, da es innen wieder eingerichtet wurde und man so eine bessere Vorstellung davon bekommt, wie früher dort gelebt wurde. Auch die Parkanlage ist sehr schön, noch schöner vermutlich aber im Sommer, wenn all die Rosenbüsche, die dort wachsen auch blühen. Den Kontrast dazu bildete das Rothe House, ehemaliger Sitz der Handelsfamilie Rothe, heute der Sitz einer Archäologischen Gesellschaft. Es ist ein schönes Haus, aber im Inneren wurden die Exponate wahllos durcheinandergeworfen. Die Geschichte der Familie, die Geschichte von Irland, die Geschichte der Gesellschaft. In allen Räumen wurde bunt gemischt, es gibt keinerlei thematische oder zeitliche Strukturierung und bei dem ausgestellten Hundeskelett, das beim Gärtnern gefunden wurde, hörte es dann ganz auf. Ansonsten war Kilkenny ein sehr schöner Ausflug, da ich neben dem Sponge noch Cottage Pie und Scones als irische Spezialitäten probieren konnte. Alles übrigens sehr lecker.

 
Ja, Sara sieht ganz richtig, dass da 14 Apostel auf dem Stein sind und nicht 12. ^^


Sonntags ging es dann zu den Ruinen von Rock of Cashel und Cahir Castle (sprich: kerr). Rock of Cashel (siehe oben), ein ehemaliger befestigter Bischofssitz, gilt als eine der Hauptattraktionen Irlands. Trotzdem war ich davon irgendwie etwas enttäuscht ohne es wirklich erklären zu können. Es hat mich wahnsinnig an die düstere Kulisse eines Computerspiels erinnern, das ich um Weihnachten herum gespielt habe, mit all den Hochkreuzen auf dem Friedhof und den schwarzen Vögeln, die zwischen den Ruinen umherflogen. In der Cormac’s Chapel kann man zur Zeit die Werke von Restauratoren bestaunen, die einen Eindruck davon geben, wie bunt und verziert diese Kapelle einmal gewesen sein musste. Mich hat das überrascht und sehr beeindruckt. Religiöse Anlagen dieser Größe kennt man meist eher farblos, vielleicht ist es aber auch der Zahn der Zeit, der heute dieses Bild vermittelt.
Cahir Castle (siehe unten) war lange der Sitz der Familie Butler und liegt auf einer Felseninsel im Fluss Suir. Gleicher Familie gehört im Übrigen auch Kilkenny Castle, das wir am Vortag besichtigt haben. Cahir Castle wurde 1599 Schauplatz einer dreitägigen und erfolgreichen Belagerung, die in einem riesigen Modell mit angeblich über 1000 Figuren nachgestellt wurde. Über eine Schalttafel kann man sich die einzelnen Stationen der Belagerung erklären lassen. Außerdem gab es in einem der Räume eine sehr interessante Ausstellung über Frauen im Mittelalter. Und das Beste ist - und das habe ich gerade eben erst beim Schreiben herausgefunden - Cahir Castle ist der Originaldrehort für die Burg Kells aus der Serie Mystic Knights. Ich weiß, die ist totaler Schrott, aber ich hab sie als Kind geliebt. Vermutlich kennt sie außer Kirsten und mir aber eh keiner.


Ich seh mit dem Stirnband total kacke aus, warum sagt mir das keiner.

to be continued …

Freitag, 6. Januar 2012

Hamburg, Tag 3

Heute war bereits unser letzter Tag in Hamburg, schon am Abend ging unser Zug zurück nach Karlsruhe. Nach dem Auschecken im Hotel und dem Verstauen der Koffer am Bahnhof, fuhren wir in die Speicherstadt, wo wir ein bisschen herumliefen, uns die Gebäude und ein paar Lädchen ansahen und vor allem fast den kompletten Tag im Miniatur Wunderland verbrachten. Ich wusste vom „MiWuLa“, aber ich dachte, dass Modelleisenbahnen jetzt nicht so interessant für mich wären. Erst durch den Hinweis meiner Mum - die ungefähr so viel Interesse an Modelleisenbahnen hat wie ich - dass wir uns das unbedingt ansehen sollten, war ich dann überzeugt. Und es war kein Fehler. In kleinen Filmen konnte man sich den Fortschritt beim Bau der neuesten Ausstellungsfläche, dem Verkehrsflughafen, ansehen und bekam einen Einblick in all die Arbeit und Technik, die hinter einer solchen Attraktion steckt. Auch wie sehr die Bauer auf Kleinigkeiten und vor allem Realitätsnähe achten wurde hier sehr deutlich. Danach ging es zu den Ausstellungsflächen selbst - unglaublich und vor allem wenn es alle 15 Minuten langsam dunkel wird und die Lichter in den Miniwelten angehen wunderschön. Man sollte viel Zeit mitbringen, denn man ist dort ganz und gar nicht alleine und die Ausstellungsflächen wachsen kontinuierlich und sind auch jetzt nicht gerade klein. Es gibt so viel zu entdecken, so viele kleine Details. Wer behauptet nach einem Besuch alles gesehen zu haben lügt oder hat dort die komplette Öffnungszeit verbracht und noch nicht mal dann würde ich ihm glauben.


Der Besuch im MiWuLa hat sich sehr gelohnt, genauso wie all die anderen Dinge, die wir in unseren drei Tagen Hamburg unternommen haben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei meinem zweiten Besuch in Hamburg nochmal solch schöne Erinnerungen mitnehmen würde.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Hamburg, Tag 2

Recht schwerlich kamen wir aus dem Bett, aber es erwartete uns immerhin Sonnenschein draußen - jedenfalls vorrübergehend. Auf dem Programm stand heute der Hamburger Tierpark Hagenbeck. Bereits beim Kaufen der Eintrittskarten wurden wir darauf hingewiesen, dass verschiedene Tiere wegen des angekündigten Unwetters bereits in ihre Innengehege gebracht worden waren, aber davon ließen wir uns natürlich nicht abschrecken. Eines der Highlights für mich bei diesem Zoobesuch wartete schon eine Biegung hinter dem Eingang. Dort war das Elefantengehege und gegen eine Spende durfte man die Elefanten mit Gemüse füttern. Lisa im siebten Himmel. Das fühlt sich ganz komisch an, die Nasenspitze der Elefanten ist ganz hart und nicht weich wie ich vermutet hatte. Richtig an den Rüssel fassen konnte ich leider nicht, dazu waren Menschenarm und Elefantennase zu kurz und die haben eh zielstrebig das Essbare angesteuert und waren dann gleich wieder weg. Aber es war so toll. Mein zweites Highlight an diesem Tag war, dass wir in strömendem Regen im Zoo herumliefen und plötzlich vor mir in einem Gehege zwei Katzenbären (Kleiner Panda) auf einem Baum herumturnten. Ich habe erst einmal, ich glaube in Berlin, überhaupt ein Gehege mit Katzenbären gesehen, aber damals war dort kein Tier in Sicht. Jetzt bei schlechtestem Wetter turnen die beiden quietschfidel in den Baumwipfeln herum, so dass ich gar nicht mehr gehen wollte. Ich war so glücklich, das verschmerzt sogar, dass ich kein gutes Bild machen konnte, da der Regen wirklich stark war. Wir verbrachten trotz des miesen Wetters und der Tatsache, dass wir zum wiederholten Male klatschnass waren fast drei Stunden im Zoo und sahen viele, wenn auch nicht alle Tiere. Unter anderem auch die Giraffen, bei denen gerade Fütterungszeit war, weshalb eine kleine Tür im Innengehege offen war und einen halben Meter vor mir die Giraffe stand. So nah war ich diesen Tieren noch nie, ich hätte sie ja gerne gestreichelt, aber ich weiß nicht, ob sie das so toll gefunden hätte und der Pfleger hatte ganz sicher etwas dagegen, schon allein weil wir ihm immer im Weg rumstanden.


Nach dem Zoo fuhren wir zum „Michel“ und zur Kramergasse. Auf Grund des nach wie vor extrem schlechten Wetters mit Regen und starkem Wind, verzichteten wir auf die Turmbesichtigung und sahen uns die Michaeliskirche nur von Innen an. Ich muss gestehen, dass diese im Barockstil (Bin so stolz auf mich, dass ich das von alleine erkannt habe. ^^) erbaute Kirche im Vergleich zu ihren gotischen Kollegen schon fast etwas Heimeliges hat. Ich finde sie sehr schön und man fühlt sich darin irgendwie wohl. Weiß auch nicht, das geht mir normal nicht so in Kirchen, aber ich kann mich auch nicht erinnern jemals eine barocke Kirche gesehen zu haben. Danach ging es zurück ins Hostel zum Schickmachen für das Musical „Tarzan“ am Abend. Seit ich vor über drei Jahren das Casting für dieses Musical im Fernsehen gesehen habe, möchte ich es sehen, auch weil ich die Musik von Phil Collins sehr mag. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist atemberaubend. Die damals gecasteten Darsteller gibt es zwar nicht mehr, aber das spielte letztlich keine Rolle. Ich muss zwar zugeben, dass ich der Tatsache, dass DSDS-Gewinner Alexander Klaws die Hauptrolle des Tarzan verkörpert, etwas skeptisch gegenüber stand, aber ich ziehe absolut den Hut vor seiner Leistung. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, es war einfach super duper mega klasse.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Hamburg, Tag 1

Los ging es mitten in der Nacht, nämlich um genau 3:33 Uhr fuhr unser Zug - oder besser die S-Bahn - in Karlsruhe ab und brachte uns unserem Ziel ein Stückchen näher nach Mannheim. Von dort ging es weiter nach Frankfurt und dann die letzte Etappe nach Hamburg. Mitten in der Nacht zu fahren hat den Nachteil, dass man wenig bis gar nicht schläft und es einem den Tagesrhythmus zerschießt. Aber es hat auch Vorteile: Man kommt schon um halb zehn morgens am Zielort an und gewinnt so einen kompletten Tag und zahlt dank Bahn-Sonderangebot statt 500!! Euro in der ersten Klasse nur 158 für zwei Personen hin und zurück. Und ich muss sagen, in der ersten Klasse lässt es sich aushalten. Ich bin ja schon viel Bahn gefahren, aber ich hab noch nie am Ende der Reise „Tiramisu Mandeln“ geschenkt bekommen. Ich hoffe, auf unserer Rückfahrt ist die erste Klasse genauso entspannt leer wie heute Morgen.


Aber nun zum Tag. Unser Null-Sterne-Hostel auf der Reeperbahn war schnell gefunden, auch einchecken und Koffer unterstellen klappte prima, so dass wir gleich weiter zu den Landungsbrücken konnten. Einziger Knackpunkt es regnete und regnete und regnete, ok ab und zu hat es aufgehört, aber meine Schuhe waren nach kürzester Zeit völlig durchweicht und meine Füße daher eiskalt. Aber soweit waren wir ja noch nicht. Erster Anlaufpunkt war der Fischmarkt, auf dem natürlich kein Betrieb war, aber neben dem der neue Ankerplatz des russischen U-Boots U 434 war. Spontan beschlossen wir es zu besichtigen und da gerade eine Führung losging auch an dieser teilzunehmen. Dies erwies sich als völliger Glückstreffer, denn das Innere des U-Boots war ganz und gar nicht langweilig (wie ich zunächst angenommen habe), sondern wirklich beeindruckend. Glücklicherweise vergaß ich darüber, dass wir uns komplett unter Wasser befanden, es hat sogar richtig Spaß gemacht, sich wie im Film durch die Schotts zu schwingen (was tatsächlich einfacher ist, als durchzuklettern). Ein bisschen bereut habe ich nur, nicht das Angebot unseres Guides angenommen zu haben, nach der Führung nochmal in das U-Boot zu gehen und es nochmal in Ruhe anzusehen. Aber ich war ja hoffentlich nicht zum letzten Mal hier. Der Rekordaufenthalt eines Besuchers im U-Boot liegt übrigens bei 4 Stunden.


Wenn schon nicht das Angebot, nahmen wir wenigstens einen Tipp unseres Guides an und zwar den Elbtunnel zu besuchen und dabei nicht den Aufzug zu nehmen. Genau das taten wir und liefen auch auf die andere Seite auf der man von einer kleinen Aussichtsplattform einen Blick auf die „Skyline“ von Hamburg hat - wenn besseres Wetter ist, als heute. Da es dort drüben sonst nichts weiter Interessantes gab, liefen wir also den ganzen Weg zurück und dann weiter an der Mole entlang. Ein Krabbenbrötchen durfte dabei natürlich nicht fehlen. Danach nutzten wir die Möglichkeit durch die Hamburg Card kostenlos mit der Fähre eine kleine Hafenrundfahrt zu machen, auch wenn man dank der immer wieder an die Scheiben platschenden Wellen nicht immer etwas gesehen hat, aber so nah war ich den Docks und Verladekränen noch nie. Bei gutem Wetter lohnt sich die Tour auf alle Fälle, so viel mehr zeigen einem die teuren Hafenrundfahrten sicher auch nicht. Es gibt auch ein offenes Deck, um Bilder ganz ohne Scheibe zu machen.


Eigentlich wollten wir uns danach die Rickmer Rickmers ansehen, ein zum Museumsschiff umfunktioniertes Handelsschiff. Aber es schüttete abscheulich und die Rickmer Rickmers war völlig verlassen, also steuerten wir lieber ein warmes Café an. Nach der kurzen Erholungspause verließen wir den Hafen und fuhren ins Einkaufsviertel, um dort den C&A zu plündern. Ok, so viel war es auch nicht, aber da meine Socken klitschnass und eiskalt waren, habe ich mir ernsthaft Socken gekauft und Stulpen auch gleich noch dazu und ach ja auch noch eine Jacke. ^^ Abschluss unseres Tagesprogramms war die Show „Sterne der Pharaonen“ im Hamburger Planetarium. Auch etwas, dass ich nur weiterempfehlen kann. Leider verlor ich den Kampf gegen die dank der kurzen Nacht bestehende Müdigkeit und bin eingeschlafen, was aber wirklich allein an mir und nicht an der Show lag. Ich würde wieder reingehen und da es ein paar technische Probleme gab, bekamen wir sogar noch eine Sternenkarte und eine DVD zum Weltraumteleskop „Hubble“ geschenkt.