Dienstag, 8. Mai 2012

Nachtrag: Irland 2012, Teil 1

Anfang Februar war ich eine Woche in Irland, um dort Sara zu besuchen, die in Clonmel zur Zeit als „teaching assistant“ arbeitet. Eigentlich hoffe ich immer nichts über den Hinflug berichten zu können, da alles glatt lief, aber den Gefallen tat er mir diesmal leider nicht. Schon der TGV nach Stuttgart hatte Verspätung, da er einfach mitten auf der Strecke anhielt. An sich war ich von diesem hoch angepriesenen Zug wenig beeindruckt, ausgenommen der Tatsache, dass man darin nicht telefonieren darf. Trotzdem pünktlich am Flughafen angekommen, erwartete mich dort gleich die nächste Überraschung - mein Flug hatte Verspätung. Übrigens der erste aller meiner bisherigen Flüge und das waren allein im letzten Jahr elf. Rein rechnerisch war es für mich damit unmöglich den Anschlussbus nach Clonmel zu bekommen und eine Alternative gab es nicht. Wie weiß ich nicht so genau, aber ich hab es dennoch geschafft in kürzester Zeit durch die Passkontrolle zu kommen, mein Gepäck einzusammeln und durch den kompletten Flughafen zum weitest entfernten Busbahnhof zu rennen und den Bus noch zu erwischen.
Vier Stunden später war ich endlich bei Sara.



Am nächsten Tag fuhren wir nach Kilkenny und auf dem Weg dorthin noch auf einen Bauernmarkt, um dort leckeren „sponge“ zu kaufen. Das ist ein Biskuitkuchen, den man übrigens wie den Schwamm auch „spAnsch“ und nicht „spOnsch“ ausspricht. Hört sich komisch an, ist aber so. Hab es extra nachgeschaut, weil ich es auch nicht glauben wollte. ^^ In Kilkenny haben wir uns das Örtchen selbst, das Schloss und das Rothe House angeschaut. Das Schloss (siehe oben) fand ich sehr schön, da es innen wieder eingerichtet wurde und man so eine bessere Vorstellung davon bekommt, wie früher dort gelebt wurde. Auch die Parkanlage ist sehr schön, noch schöner vermutlich aber im Sommer, wenn all die Rosenbüsche, die dort wachsen auch blühen. Den Kontrast dazu bildete das Rothe House, ehemaliger Sitz der Handelsfamilie Rothe, heute der Sitz einer Archäologischen Gesellschaft. Es ist ein schönes Haus, aber im Inneren wurden die Exponate wahllos durcheinandergeworfen. Die Geschichte der Familie, die Geschichte von Irland, die Geschichte der Gesellschaft. In allen Räumen wurde bunt gemischt, es gibt keinerlei thematische oder zeitliche Strukturierung und bei dem ausgestellten Hundeskelett, das beim Gärtnern gefunden wurde, hörte es dann ganz auf. Ansonsten war Kilkenny ein sehr schöner Ausflug, da ich neben dem Sponge noch Cottage Pie und Scones als irische Spezialitäten probieren konnte. Alles übrigens sehr lecker.

 
Ja, Sara sieht ganz richtig, dass da 14 Apostel auf dem Stein sind und nicht 12. ^^


Sonntags ging es dann zu den Ruinen von Rock of Cashel und Cahir Castle (sprich: kerr). Rock of Cashel (siehe oben), ein ehemaliger befestigter Bischofssitz, gilt als eine der Hauptattraktionen Irlands. Trotzdem war ich davon irgendwie etwas enttäuscht ohne es wirklich erklären zu können. Es hat mich wahnsinnig an die düstere Kulisse eines Computerspiels erinnern, das ich um Weihnachten herum gespielt habe, mit all den Hochkreuzen auf dem Friedhof und den schwarzen Vögeln, die zwischen den Ruinen umherflogen. In der Cormac’s Chapel kann man zur Zeit die Werke von Restauratoren bestaunen, die einen Eindruck davon geben, wie bunt und verziert diese Kapelle einmal gewesen sein musste. Mich hat das überrascht und sehr beeindruckt. Religiöse Anlagen dieser Größe kennt man meist eher farblos, vielleicht ist es aber auch der Zahn der Zeit, der heute dieses Bild vermittelt.
Cahir Castle (siehe unten) war lange der Sitz der Familie Butler und liegt auf einer Felseninsel im Fluss Suir. Gleicher Familie gehört im Übrigen auch Kilkenny Castle, das wir am Vortag besichtigt haben. Cahir Castle wurde 1599 Schauplatz einer dreitägigen und erfolgreichen Belagerung, die in einem riesigen Modell mit angeblich über 1000 Figuren nachgestellt wurde. Über eine Schalttafel kann man sich die einzelnen Stationen der Belagerung erklären lassen. Außerdem gab es in einem der Räume eine sehr interessante Ausstellung über Frauen im Mittelalter. Und das Beste ist - und das habe ich gerade eben erst beim Schreiben herausgefunden - Cahir Castle ist der Originaldrehort für die Burg Kells aus der Serie Mystic Knights. Ich weiß, die ist totaler Schrott, aber ich hab sie als Kind geliebt. Vermutlich kennt sie außer Kirsten und mir aber eh keiner.


Ich seh mit dem Stirnband total kacke aus, warum sagt mir das keiner.

to be continued …

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