Freitag, 6. Januar 2012

Hamburg, Tag 3

Heute war bereits unser letzter Tag in Hamburg, schon am Abend ging unser Zug zurück nach Karlsruhe. Nach dem Auschecken im Hotel und dem Verstauen der Koffer am Bahnhof, fuhren wir in die Speicherstadt, wo wir ein bisschen herumliefen, uns die Gebäude und ein paar Lädchen ansahen und vor allem fast den kompletten Tag im Miniatur Wunderland verbrachten. Ich wusste vom „MiWuLa“, aber ich dachte, dass Modelleisenbahnen jetzt nicht so interessant für mich wären. Erst durch den Hinweis meiner Mum - die ungefähr so viel Interesse an Modelleisenbahnen hat wie ich - dass wir uns das unbedingt ansehen sollten, war ich dann überzeugt. Und es war kein Fehler. In kleinen Filmen konnte man sich den Fortschritt beim Bau der neuesten Ausstellungsfläche, dem Verkehrsflughafen, ansehen und bekam einen Einblick in all die Arbeit und Technik, die hinter einer solchen Attraktion steckt. Auch wie sehr die Bauer auf Kleinigkeiten und vor allem Realitätsnähe achten wurde hier sehr deutlich. Danach ging es zu den Ausstellungsflächen selbst - unglaublich und vor allem wenn es alle 15 Minuten langsam dunkel wird und die Lichter in den Miniwelten angehen wunderschön. Man sollte viel Zeit mitbringen, denn man ist dort ganz und gar nicht alleine und die Ausstellungsflächen wachsen kontinuierlich und sind auch jetzt nicht gerade klein. Es gibt so viel zu entdecken, so viele kleine Details. Wer behauptet nach einem Besuch alles gesehen zu haben lügt oder hat dort die komplette Öffnungszeit verbracht und noch nicht mal dann würde ich ihm glauben.


Der Besuch im MiWuLa hat sich sehr gelohnt, genauso wie all die anderen Dinge, die wir in unseren drei Tagen Hamburg unternommen haben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei meinem zweiten Besuch in Hamburg nochmal solch schöne Erinnerungen mitnehmen würde.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Hamburg, Tag 2

Recht schwerlich kamen wir aus dem Bett, aber es erwartete uns immerhin Sonnenschein draußen - jedenfalls vorrübergehend. Auf dem Programm stand heute der Hamburger Tierpark Hagenbeck. Bereits beim Kaufen der Eintrittskarten wurden wir darauf hingewiesen, dass verschiedene Tiere wegen des angekündigten Unwetters bereits in ihre Innengehege gebracht worden waren, aber davon ließen wir uns natürlich nicht abschrecken. Eines der Highlights für mich bei diesem Zoobesuch wartete schon eine Biegung hinter dem Eingang. Dort war das Elefantengehege und gegen eine Spende durfte man die Elefanten mit Gemüse füttern. Lisa im siebten Himmel. Das fühlt sich ganz komisch an, die Nasenspitze der Elefanten ist ganz hart und nicht weich wie ich vermutet hatte. Richtig an den Rüssel fassen konnte ich leider nicht, dazu waren Menschenarm und Elefantennase zu kurz und die haben eh zielstrebig das Essbare angesteuert und waren dann gleich wieder weg. Aber es war so toll. Mein zweites Highlight an diesem Tag war, dass wir in strömendem Regen im Zoo herumliefen und plötzlich vor mir in einem Gehege zwei Katzenbären (Kleiner Panda) auf einem Baum herumturnten. Ich habe erst einmal, ich glaube in Berlin, überhaupt ein Gehege mit Katzenbären gesehen, aber damals war dort kein Tier in Sicht. Jetzt bei schlechtestem Wetter turnen die beiden quietschfidel in den Baumwipfeln herum, so dass ich gar nicht mehr gehen wollte. Ich war so glücklich, das verschmerzt sogar, dass ich kein gutes Bild machen konnte, da der Regen wirklich stark war. Wir verbrachten trotz des miesen Wetters und der Tatsache, dass wir zum wiederholten Male klatschnass waren fast drei Stunden im Zoo und sahen viele, wenn auch nicht alle Tiere. Unter anderem auch die Giraffen, bei denen gerade Fütterungszeit war, weshalb eine kleine Tür im Innengehege offen war und einen halben Meter vor mir die Giraffe stand. So nah war ich diesen Tieren noch nie, ich hätte sie ja gerne gestreichelt, aber ich weiß nicht, ob sie das so toll gefunden hätte und der Pfleger hatte ganz sicher etwas dagegen, schon allein weil wir ihm immer im Weg rumstanden.


Nach dem Zoo fuhren wir zum „Michel“ und zur Kramergasse. Auf Grund des nach wie vor extrem schlechten Wetters mit Regen und starkem Wind, verzichteten wir auf die Turmbesichtigung und sahen uns die Michaeliskirche nur von Innen an. Ich muss gestehen, dass diese im Barockstil (Bin so stolz auf mich, dass ich das von alleine erkannt habe. ^^) erbaute Kirche im Vergleich zu ihren gotischen Kollegen schon fast etwas Heimeliges hat. Ich finde sie sehr schön und man fühlt sich darin irgendwie wohl. Weiß auch nicht, das geht mir normal nicht so in Kirchen, aber ich kann mich auch nicht erinnern jemals eine barocke Kirche gesehen zu haben. Danach ging es zurück ins Hostel zum Schickmachen für das Musical „Tarzan“ am Abend. Seit ich vor über drei Jahren das Casting für dieses Musical im Fernsehen gesehen habe, möchte ich es sehen, auch weil ich die Musik von Phil Collins sehr mag. Und ich wurde nicht enttäuscht, es ist atemberaubend. Die damals gecasteten Darsteller gibt es zwar nicht mehr, aber das spielte letztlich keine Rolle. Ich muss zwar zugeben, dass ich der Tatsache, dass DSDS-Gewinner Alexander Klaws die Hauptrolle des Tarzan verkörpert, etwas skeptisch gegenüber stand, aber ich ziehe absolut den Hut vor seiner Leistung. Ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll, es war einfach super duper mega klasse.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Hamburg, Tag 1

Los ging es mitten in der Nacht, nämlich um genau 3:33 Uhr fuhr unser Zug - oder besser die S-Bahn - in Karlsruhe ab und brachte uns unserem Ziel ein Stückchen näher nach Mannheim. Von dort ging es weiter nach Frankfurt und dann die letzte Etappe nach Hamburg. Mitten in der Nacht zu fahren hat den Nachteil, dass man wenig bis gar nicht schläft und es einem den Tagesrhythmus zerschießt. Aber es hat auch Vorteile: Man kommt schon um halb zehn morgens am Zielort an und gewinnt so einen kompletten Tag und zahlt dank Bahn-Sonderangebot statt 500!! Euro in der ersten Klasse nur 158 für zwei Personen hin und zurück. Und ich muss sagen, in der ersten Klasse lässt es sich aushalten. Ich bin ja schon viel Bahn gefahren, aber ich hab noch nie am Ende der Reise „Tiramisu Mandeln“ geschenkt bekommen. Ich hoffe, auf unserer Rückfahrt ist die erste Klasse genauso entspannt leer wie heute Morgen.


Aber nun zum Tag. Unser Null-Sterne-Hostel auf der Reeperbahn war schnell gefunden, auch einchecken und Koffer unterstellen klappte prima, so dass wir gleich weiter zu den Landungsbrücken konnten. Einziger Knackpunkt es regnete und regnete und regnete, ok ab und zu hat es aufgehört, aber meine Schuhe waren nach kürzester Zeit völlig durchweicht und meine Füße daher eiskalt. Aber soweit waren wir ja noch nicht. Erster Anlaufpunkt war der Fischmarkt, auf dem natürlich kein Betrieb war, aber neben dem der neue Ankerplatz des russischen U-Boots U 434 war. Spontan beschlossen wir es zu besichtigen und da gerade eine Führung losging auch an dieser teilzunehmen. Dies erwies sich als völliger Glückstreffer, denn das Innere des U-Boots war ganz und gar nicht langweilig (wie ich zunächst angenommen habe), sondern wirklich beeindruckend. Glücklicherweise vergaß ich darüber, dass wir uns komplett unter Wasser befanden, es hat sogar richtig Spaß gemacht, sich wie im Film durch die Schotts zu schwingen (was tatsächlich einfacher ist, als durchzuklettern). Ein bisschen bereut habe ich nur, nicht das Angebot unseres Guides angenommen zu haben, nach der Führung nochmal in das U-Boot zu gehen und es nochmal in Ruhe anzusehen. Aber ich war ja hoffentlich nicht zum letzten Mal hier. Der Rekordaufenthalt eines Besuchers im U-Boot liegt übrigens bei 4 Stunden.


Wenn schon nicht das Angebot, nahmen wir wenigstens einen Tipp unseres Guides an und zwar den Elbtunnel zu besuchen und dabei nicht den Aufzug zu nehmen. Genau das taten wir und liefen auch auf die andere Seite auf der man von einer kleinen Aussichtsplattform einen Blick auf die „Skyline“ von Hamburg hat - wenn besseres Wetter ist, als heute. Da es dort drüben sonst nichts weiter Interessantes gab, liefen wir also den ganzen Weg zurück und dann weiter an der Mole entlang. Ein Krabbenbrötchen durfte dabei natürlich nicht fehlen. Danach nutzten wir die Möglichkeit durch die Hamburg Card kostenlos mit der Fähre eine kleine Hafenrundfahrt zu machen, auch wenn man dank der immer wieder an die Scheiben platschenden Wellen nicht immer etwas gesehen hat, aber so nah war ich den Docks und Verladekränen noch nie. Bei gutem Wetter lohnt sich die Tour auf alle Fälle, so viel mehr zeigen einem die teuren Hafenrundfahrten sicher auch nicht. Es gibt auch ein offenes Deck, um Bilder ganz ohne Scheibe zu machen.


Eigentlich wollten wir uns danach die Rickmer Rickmers ansehen, ein zum Museumsschiff umfunktioniertes Handelsschiff. Aber es schüttete abscheulich und die Rickmer Rickmers war völlig verlassen, also steuerten wir lieber ein warmes Café an. Nach der kurzen Erholungspause verließen wir den Hafen und fuhren ins Einkaufsviertel, um dort den C&A zu plündern. Ok, so viel war es auch nicht, aber da meine Socken klitschnass und eiskalt waren, habe ich mir ernsthaft Socken gekauft und Stulpen auch gleich noch dazu und ach ja auch noch eine Jacke. ^^ Abschluss unseres Tagesprogramms war die Show „Sterne der Pharaonen“ im Hamburger Planetarium. Auch etwas, dass ich nur weiterempfehlen kann. Leider verlor ich den Kampf gegen die dank der kurzen Nacht bestehende Müdigkeit und bin eingeschlafen, was aber wirklich allein an mir und nicht an der Show lag. Ich würde wieder reingehen und da es ein paar technische Probleme gab, bekamen wir sogar noch eine Sternenkarte und eine DVD zum Weltraumteleskop „Hubble“ geschenkt.