Los ging es mitten in der Nacht, nämlich um genau 3:33 Uhr fuhr unser Zug - oder besser die S-Bahn - in Karlsruhe ab und brachte uns unserem Ziel ein Stückchen näher nach Mannheim. Von dort ging es weiter nach Frankfurt und dann die letzte Etappe nach Hamburg. Mitten in der Nacht zu fahren hat den Nachteil, dass man wenig bis gar nicht schläft und es einem den Tagesrhythmus zerschießt. Aber es hat auch Vorteile: Man kommt schon um halb zehn morgens am Zielort an und gewinnt so einen kompletten Tag und zahlt dank Bahn-Sonderangebot statt 500!! Euro in der ersten Klasse nur 158 für zwei Personen hin und zurück. Und ich muss sagen, in der ersten Klasse lässt es sich aushalten. Ich bin ja schon viel Bahn gefahren, aber ich hab noch nie am Ende der Reise „Tiramisu Mandeln“ geschenkt bekommen. Ich hoffe, auf unserer Rückfahrt ist die erste Klasse genauso entspannt leer wie heute Morgen.
Aber nun zum Tag. Unser Null-Sterne-Hostel auf der Reeperbahn war schnell gefunden, auch einchecken und Koffer unterstellen klappte prima, so dass wir gleich weiter zu den Landungsbrücken konnten. Einziger Knackpunkt es regnete und regnete und regnete, ok ab und zu hat es aufgehört, aber meine Schuhe waren nach kürzester Zeit völlig durchweicht und meine Füße daher eiskalt. Aber soweit waren wir ja noch nicht. Erster Anlaufpunkt war der Fischmarkt, auf dem natürlich kein Betrieb war, aber neben dem der neue Ankerplatz des russischen U-Boots U 434 war. Spontan beschlossen wir es zu besichtigen und da gerade eine Führung losging auch an dieser teilzunehmen. Dies erwies sich als völliger Glückstreffer, denn das Innere des U-Boots war ganz und gar nicht langweilig (wie ich zunächst angenommen habe), sondern wirklich beeindruckend. Glücklicherweise vergaß ich darüber, dass wir uns komplett unter Wasser befanden, es hat sogar richtig Spaß gemacht, sich wie im Film durch die Schotts zu schwingen (was tatsächlich einfacher ist, als durchzuklettern). Ein bisschen bereut habe ich nur, nicht das Angebot unseres Guides angenommen zu haben, nach der Führung nochmal in das U-Boot zu gehen und es nochmal in Ruhe anzusehen. Aber ich war ja hoffentlich nicht zum letzten Mal hier. Der Rekordaufenthalt eines Besuchers im U-Boot liegt übrigens bei 4 Stunden.
Wenn schon nicht das Angebot, nahmen wir wenigstens einen Tipp unseres Guides an und zwar den Elbtunnel zu besuchen und dabei nicht den Aufzug zu nehmen. Genau das taten wir und liefen auch auf die andere Seite auf der man von einer kleinen Aussichtsplattform einen Blick auf die „Skyline“ von Hamburg hat - wenn besseres Wetter ist, als heute. Da es dort drüben sonst nichts weiter Interessantes gab, liefen wir also den ganzen Weg zurück und dann weiter an der Mole entlang. Ein Krabbenbrötchen durfte dabei natürlich nicht fehlen. Danach nutzten wir die Möglichkeit durch die Hamburg Card kostenlos mit der Fähre eine kleine Hafenrundfahrt zu machen, auch wenn man dank der immer wieder an die Scheiben platschenden Wellen nicht immer etwas gesehen hat, aber so nah war ich den Docks und Verladekränen noch nie. Bei gutem Wetter lohnt sich die Tour auf alle Fälle, so viel mehr zeigen einem die teuren Hafenrundfahrten sicher auch nicht. Es gibt auch ein offenes Deck, um Bilder ganz ohne Scheibe zu machen.
Eigentlich wollten wir uns danach die Rickmer Rickmers ansehen, ein zum Museumsschiff umfunktioniertes Handelsschiff. Aber es schüttete abscheulich und die Rickmer Rickmers war völlig verlassen, also steuerten wir lieber ein warmes Café an. Nach der kurzen Erholungspause verließen wir den Hafen und fuhren ins Einkaufsviertel, um dort den C&A zu plündern. Ok, so viel war es auch nicht, aber da meine Socken klitschnass und eiskalt waren, habe ich mir ernsthaft Socken gekauft und Stulpen auch gleich noch dazu und ach ja auch noch eine Jacke. ^^ Abschluss unseres Tagesprogramms war die Show „Sterne der Pharaonen“ im Hamburger Planetarium. Auch etwas, dass ich nur weiterempfehlen kann. Leider verlor ich den Kampf gegen die dank der kurzen Nacht bestehende Müdigkeit und bin eingeschlafen, was aber wirklich allein an mir und nicht an der Show lag. Ich würde wieder reingehen und da es ein paar technische Probleme gab, bekamen wir sogar noch eine Sternenkarte und eine DVD zum Weltraumteleskop „Hubble“ geschenkt.
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