Am Montagmorgen packten wir schon früh unsere Sachen und fuhren von Clonmel nach Cork, wo Daniel wohnt und zur Uni geht. Nach einem kleinen Zwischenstopp in seiner Wohnung, musste er dann auch genau dorthin, während Sara und ich zum Fota Wildlife Park fuhren. Der Wildlife Park ist quasi ein Zoo, nur dass man versuchte möglichst auf Gitter und Käfige zu verzichten, so leben die Affen zum Beispiel auf einer Insel in der Mitte eines großen Sees ohne jede weitere Absperrung. An viele Tiere kommt man auch ganz nah heran, zum Beispiel an die Pinguine und Kängurus. Alles was Federn hat, darf sich auch ganz frei im Park bewegen, wie der Pelikan, der für unsere Kamera posierte. Sicherlich die Hauptattraktion des Parks ist die nicht ganz kleine Gepardengruppe, die bestimmt vier oder fünf Gehege umfasst. Im größten davon ist der so genannte „Cheetah Run“ installiert, eine Konstruktion, an der das Futter befestigt wird und dann über Seile und Winden durch das ganze Gehege gezogen wird, um für die Tiere die Jagdsituation nachzustellen und sie in Bewegung zu bringen. Wir konnten uns eine Fütterung ansehen und ich fand es beeindruckend, diese Tiere mal in Aktion zu sehen, auch wenn sie im Gehege natürlich nicht auf ihre Höchstgeschwindigkeit kommen. Mir hat der Wildlife Park sehr gut gefallen, da man sich trotz des enorm großen Geländes auf vergleichsweise wenige Tierarten beschränkt, diese aber ein „schönes“ Leben zu führen scheinen und natürlich weil es Katzenbären gab. ^^






Zurück in der Stadt gingen wir noch eine unglaublich leckere Tasse heiße Schokolade trinken, da Daniel mit dem Wohnungsschlüssel noch nicht aus der Uni zurück war. Der kleine Laden war quasi auf heiße Schokoladen spezialisiert und es gab so viele Varianten, dass ich erstmal überfordert war - ich glaub ich hab dann Praline getrunken … oder gab es verschiedene Pralinensorten? Ich weiß es nicht mehr, aber lecker war es. Dazu bekam man statt einem Keks kleine Schokotröpfchen, die dort auch zum Herstellen der Schokoladen verwendet werden.

Dienstags fiel glücklicherweise bei Daniel die Uni aus, was uns ermöglichte den weiten Weg an die Westküste Irlands zu fahren, da man mit dem Bus nur sehr umständlich dorthin kommt. Besucht haben wir die Cliffs of Moher - der absolut schönste Ort meiner kurzen Irlandreise. Zuerst hielten wir uns auf den offiziellen Aussichtsplattformen und beim O’Brien’s Tower (oben rechts im Bild) auf. Es wehte dort ein furchtbar starker Wind, gegen den man sich manchmal richtig stemmen musste um sich weiterzubewegen. Die Tatsache, dass ich offene Haare und kein Haargummi dabei hatte, hab ich schnell bereut. Am Ende einer der Plattformen steht ein Gedenkstein für diejenigen, die an den Klippen freiwillig und unfreiwillig in den Tod gestürzt sind. Hier endet auch der offizielle Teil und es beginnt ein schmaler und dank des schlechten Wetters zum damaligen Zeitpunkt völlig matschiger Trampelpfad. Wir kletterten über die Abgrenzung und wanderten den Pfad an dem Klippen entlang bis zum Hags’ Head, dem südlichsten Punkt der Cliffs of Moher. Der Weg ist ungesichert und verläuft meist nah am Rand der Klippen, durch den starken Wind und die immer wieder den Weg erschwerenden Matschlöcher war das kein gemütlicher Spaziergang, aber definitiv jeden Schritt wert. Man hat dort einen unglaublichen Blick auf die Klippen und das Meer und ich hatte insgeheim immer die Hoffnung irgendwo doch einen Papageientaucher zu sehen, die tatsächlich dort leben. Leider wurde daraus mal wieder nichts, dafür kamen wir aber an einem der Originaldrehorte von Harry Potter und der Halbblutprinz vorbei. Am Hag’s Head führt wohl ein weiterer Weg nach unten zum Fuß der Klippen, aber wir hatten alle Hunger und suchten uns eine möglichst windstille Senke, in der wir picknickten und danach den ganzen Weg zurückliefen. Wir waren völlig erledigt, als wir nach mehreren Stunden wieder das Visitorscentre erreichten.





Nach einer unruhigen Nacht, in der von einer ohnehin nicht besonders leisen Kindergruppe mindestens zweimal der Feueralarm im Hotel ausgelöst worden war, begann leider schon unser letzter gemeinsamer Tag. Wir fuhren in den Bunratty Folk Park zu dem auch das Bunratty Castle gehört. Das Schloss wurde innen wieder voll ausgestattet und im ehemaligen Saal finden heute regelmäßig mittelalterliche Essen statt, an denen Sara und Daniel auch schon mal teilgenommen haben. Viel interessanter als das Schloss fand ich jedoch den Park selbst. In Irland wurden alte Cottages abgetragen und inklusive Inneneinrichtung hier wieder aufgebaut, außerdem Stadthäuser, eine Kirche, eine Mühle usw. Man kann sehen, wie die Menschen je nach Stand früher gelebt haben. Zahlreiche Tiere und im Sommer auch Darsteller erwecken den Park zusätzlich zum Leben. Im Februar war leider nur die Bäckerin da, bei der man frisch gebackene Scones probieren konnte. Ich mag solche Parks, ich war auf Bornholm auch mal in einem, der sich mit der mittelalterlichen Geschichte der Insel befasste.



Leider mussten wir dann auch schon weiter nach Limerick, von wo aus mein Bus nach Dublin fuhr und Sara und Daniel wieder zurück nach Cork.
to be continued …
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